Eigentlich habe ich mir Anfang Jahr ja fest vorgenommen, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. Bitzli journaling und so – damit ich besser schlafen kann. Heute ist der 4. Februar. Keine Dankbarkeit im Januar und keine besseren Nächte. Fangen wir also am 4. Februar damit an, vorerst als normales Tagebuch.

Heute war wieder so ein Tag. Nicht schlecht, nicht besonders gut. Einfach… ein Tag. Einer, der sich anfühlt, als wäre er vorbeigezogen, ohne dass ich wirklich dabei war.

Am Morgen war ich noch motiviert. Wirklich. Beim Kafi habe ich gedacht: „Heute habe ich alles im Griff. Ich mache Mealprep, ich bewege mich, ich lasse mich nicht ablenken.“ Ein kurzer Moment lang kam ich mir vor, wie die Frau, die ich eigentlich sein will.

Und dann kam die Realität. Ein Mail nach dem anderen. Ein Gespräch, das länger dauerte, als ich gedacht hatte. Der Nachmittag verflog, und irgendwann sass ich wieder am Schreibtisch und ass einen Schoggiriegel. Ich habe nicht mal gemerkt, wann ich ihn aufgemacht habe. Plötzlich war er da und schon halb weg.

Am Abend kam das schlechte Gewissen. Natürlich. Ich habe mich vor den Spiegel gestellt, meinen Bauch betrachtet, die enge Bluse ausgezogen und sie gegen einen gemütlichen Pulli getauscht. Verstecken. Mal wieder. Vor mir selbst.

Dann: Sofa, Fernseher, das Übliche. Die Katze lag neben mir und schnurrte und ich habe darüber nachgedacht, wie oft ich schon gesagt habe: „Ab morgen wird alles anders.“ Wie viele „Morgen“ brauche ich eigentlich noch? Und warum verliert dieses Tier dermassen viel Fell? Wann habe ich das Sofa das letzte Mal abgesaugt? Vor Weihnachten? Brauche ich einen besseren Staubsauger oder einen Putzplan?

Ich weiss, dass ich keine spezielle Schneeflocke bin. Aber das macht es auch nicht unbedingt besser. Es fühlt sich an, als wäre ich in einer Endlosschleife aus guten Vorsätzen und ewigem Versagen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich alles immer sofort perfekt machen will. Sobald ich einen kleinen Fehler mache – einen Snack, den ich „nicht sollte“, oder einen Tag ohne Bewegung – nerve ich mich und schmeisse innerlich alles hin. „Naja, heute ist sowieso gelaufen, kommt ja eh nicht mehr drauf an.“

Jetzt sitze ich hier, will seit dem 1. Januar eigentlich ein Dankbarkeitstagebuch schreiben und frage mich, ob ich jemals aus dieser Schleife rauskomme. Ob es irgendwann klick macht oder ob ich mich mein Leben lang im Kreis drehe und jedes Jahr ein paar Kilos schwerer werde.

Rein theoretisch könnte ich morgen ja neu anfangen. Theoretisch… Aber ich weiss echt nicht, ob morgen der richtige Tag dafür ist. Wahrscheinlich ja nicht.

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