Hier kommt dein Mai-Brief von Giulia!

1. Mai 2026

Du Liebe

Letzten Monat hatte ich sooooo vieles erledigt. Und heute bin ich einfach nur spazieren gegangen. Über blühende Wiesen und durch den frischen, grünen Wald. Es war so schön und hat so gutgetan!

Nicht schnell. Nicht sportlich. Nicht mit hochrotem Kopf und tropfendem T-Shirt. Ich bin einfach dem Weg entlanggelaufen, habe geatmet, geschaut und versucht, nicht schon wieder alles in meinem Kopf zu zerlegen.

Und natürlich kam irgendwann diese Frage: Zählt das überhaupt, wenn ich nicht schwitze?

Früher hätte ich wahrscheinlich gedacht: nein. Bewegung muss anstrengend und messbar sein. Man muss es merken. Man muss danach sagen können: „Ui, jetzt habe ich aber etwas gemacht.“

Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Vielleicht muss nicht jede Bewegung ein Beweisstück sein. Vielleicht darf Bewegung auch einfach die Basis sein. Etwas, das guttut und meine Gesundheit trägt. Still. Langsam. Verlässlich.

Vielleicht ist genau das immer mein Problem gewesen:
dass ich irgendwie immer zu gross gedacht habe und erst dann zufrieden war, wenn es anstrengend war.

Und dann habe ich gar nicht angefangen.
Weil mich allein schon der Gedanke daran überfordert hat.

Dabei passiert das Entscheidende wahrscheinlich viel früher – nämlich dann, wenn ich überhaupt rausgehe.

Und vielleicht ist mein Tempo gar nicht zu langsam. Im Mai übe ich deshalb, mich  nicht zu erschöpfen. Ich übe, regelmässig dranzubleiben. In meinem Tempo. Mit meinem Körper. Mit meinen Möglichkeiten – auch wenn es nur ein paar Minuten sind.

Mein Körper – mein Weg.

Vielleicht ist es genau das Tempo, in dem ich endlich wieder bei mir ankomme.

Herzlich, Giulia